Hofgebäude Brunnenstraße Berlin

Wohnen
Ort :Brunnenstraße 22, Berlin
Bauherr :Privat
Planung :Dipl.-Ing. Architekt Helena Willemeit, Cubus
Leistungszeit :2014 - 2015
BGF :297 m²
Leistungen :Ausführungsplanung, Bauüberwachung, Roh- und Ausbau

In einem Hinterhof unweit vom Rosenthaler Platz steht das dreigeschossige Einfamilienhaus. Durch die Tordurchfahrt kommend, findet man sich zwischen mehrgeschossigen Altbauten wieder, die den Lärm und Trubel der Stadt vergessen lassen.
Das Wohnhaus wurde in Holzbauweise mit Holzbalkendecken realisiert.
Die an die bestehende Bebauung angrenzenden Außenwände sind, dem Brandschutz geschuldet, massiv als Brandwand ausgeführt.
Aufgrund der erschwerten Erschließung, bedingt durch die enge Zufahrt zum Hinterhof, wurden die Holzständerwände vor Ort erstellt und verbaut.
Als bauliche Besonderheit und Charakter bildendes Element wirken die mehrfach geneigten Außenwände, die einer speziellen Konstruktion bedurften.
Im Inneren verbirgt sich die Holzkonstruktion unter Putz und Malervlies. Zusammen  mit den Wand bündigen Türzargen entsteht so ein homogenes Wandbild. Im Außenraum verbindet ein Kunstharz-Mineralputz auf Holzfaserdämmplatten die schiefen Ebenen zu einer fließenden und ebenso einheitlichen Außenhaut. Um einen noch effizienteren Energiestandard zu erreichen, wurde die Zwischenräume der Wandkonstruktion mit hoch dämmender  Zellulose verdichtet.
Der erst bei den Erdarbeiten entdeckte historische Keller, wurde kurzer Hand in die bestehende Planung integriert und ergänzt das Gebäude nun um nützliche  Zusatzflächen. Neben Lagerflächen, wurde hier die Gebäudetechnik untergebracht. Sowohl Warmwasser als auch die Fußbodenheizung werden mit Erdgas betrieben und zusätzlich mit dem Einsatz einer Wärmepumpe zur Wärmerückgewinnung der Raumluft unterstützt. Durch den Einsatz einer Kapillarfußbodenheizung, konnte die Aufbauhöhe des Estrichs mit nur 5 cm realisiert werden .
Während sich im Erdgeschoss und im 2. Obergeschoss die fünf Schlafzimmer und zwei Bäder sowie zwei WC´s auf Raum sparende Weise anordnen, findet im ersten Obergeschoss wohnen, kochen, essen und arbeiten statt. Die verschiedenen Bereiche sind offen gestaltet und fließen ineinander. Einzig die im Zentrum angeordnete offen Treppe, mit Trittstufen aus massiver Eiche und filigranem Stabgeländer, sowie unterschiedliche Höhenniveaus gliedern den Raum. So bleiben Sichtbeziehungen bestehen, der Raum wirkt großzügig und das Geschoss bleibt als Einheit erhalten.
Zusätzlich lassen die über drei Meter hohe Decke und das durchgängige Fensterband mit Decken hoher Verglasung den Raum noch offener und freier wirken.
Unterstützt wird dieser Eindruck darüber hinaus von vor die Fensterteilung gestellte filigrane Stahlstützen, die einen ansonsten stützenfreien Raum ermöglichen.
Begehbare Oberlichter im Terrassen- und Eingangsbereich bringen zusätzliche natürliche Belichtung in das Haus und stellen ungewöhnliche Sichtbeziehungen her.