Conversion of former military school: staff building

ResidentialAktuelle Projekte
Location :W√ľnsdorf
Investor :Baltic Memorial OHG
Design :cubus plan gmbh
Period :2021 - pres.
Statics :Dirk Grabow
Services :Supervision, Interior Design

Historischer Hintergrund

Ab 1910 entstanden in W√ľnsdorf¬†zahlreiche Kasernenanlagen: 1912 das Fernsprech- und Telegrafenamt und 1913 die Infanterieschule. Als W√ľnsdorf Hauptquartier¬†der Reichswehr wurde,¬†folgten¬†die kaiserliche Turnanstalt (Haus der Offiziere) und¬†weitere Kasernenbauten, ein Lazarett und Pferdest√§lle.¬†Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 entwickelte sich W√ľnsdorf zu einem Zentrum der schnellen Truppen mit der Erweiterung der Milit√§ranlagen, z.B. mit einer Badeanstalt und Milit√§rsportanlagen, die 1936 als Trainingslager f√ľr die Olympischen Spiele genutzt wurden. Nach den ersten Bombardierungen 1945¬†erfolgte der Einmarsch sowjetischer Truppen und W√ľnsdorf wurde Sitz des Oberkommandos mit 30.000 sowjetischen Soldaten.¬†Der Abzug der Truppen erfolgte 1994.¬†Sie hinterlie√üen eine f√ľr lange Zeit menschenleere Garnisonsstadt¬†von 260 Hektar, aus der bereits 98.300 St√ľck Kampfmittel entsorgt wurden.

Der Haupteingang der¬†Infanterischie√üschule¬†erfolgte urspr√ľnglich im Westen durch die Mittelachse und gew√§hrte einen symmetrischen Ausblick auf das Ensemble.¬†Im Zentrum stehen zwei identische Mannschaftsh√§user, die ein dazwischen liegendes Wirtschaftsgeb√§ude flankieren. Die westliche Freifl√§che diente als Exerzierplatz. Die √∂stliche Begrenzung des Ensembles¬†wurde¬†zu Kaiserzeiten als Pferdestall¬†genutzt, mit Einf√ľhrung von Kraftfahrzeugen als Lager und f√ľr Werkst√§tten.

Wohnen im Denkmal

Die Entwicklung des 8 Hektar gro√üen Areals umfasst die Strukturierung der Stra√üen-, Wege- und Gr√ľnfl√§chen, sowie die Sanierung der ca. 20 Geb√§ude, die unter Denkmalschutz stehen. Ziel ist, die Geb√§ude mit erhaltenswerter Bausubstanz vor dem Zerfall zu sichern und nach Jahren der Verwahrlosung wieder hervorzuheben. Durch die Umnutzung in ca. 180 Wohnungen wird das Gebiet au√üerdem wiederbelebt. Wichtig ist, dass das Ensemble als Gesamtbild erhalten bleibt und dass das Denkmal sowohl f√ľr BewohnerInnen als auch f√ľr BesucherInnen weiterhin erlebbar wird.

Das Grundst√ľck¬†wird in ruhige Bereiche (√∂stlich) und belebte Bereiche (westliche) aufgegliedert. Der gro√üz√ľgige Au√üenraum wird in Teilen wieder entsiegelt und bietet den AnwohnerInnen Naturerholung vor der Haust√ľr mit¬†G√§rten, Sportm√∂glichkeiten, Spielpl√§tze.¬†Zus√§tzlich geplante Kleing√§rten schaffen individuelle R√ľckzugsbereiche im Gr√ľnen.

Die historischen Grundrisse sollen weitestgehend erhalten bleiben, um nur behutsame Eingriffe in die Geb√§udestruktur zu t√§tigen. Zur ausreichenden Belichtung der R√§ume werden ehemalige Erschlie√üungsr√§ume in die Wohnungen intergiert.¬†Durch die vier¬†Treppenh√§user kann die Erschlie√üung der einzelnen Wohnungen unmittelbar geschehen. Die f√ľnf¬†Wohnungen im Zentrum des Geb√§udes lassen sich √ľber den Aufzug erreichen und k√∂nnen so barrierefrei ausgef√ľhrt werden. Jede Wohnung erh√§lt einen gro√üz√ľgigen Balkon.

Beteiligte Baufirmen: Werk 2

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